Mehr zum Thema Kunststoff und Nachhaltigkeit
Die Abfallwirtschaft verwertet die gesammelten Kunststoffabfälle nahezu vollständig. Im Jahr 2017 hat sie 46 Prozent aller gesammelten Kunststoffabfälle werkstofflich und knapp ein Prozent rohstofflich verwertet.
53 Prozent der Abfälle wurden energetisch verwertet, was letztlich nur eine Umschreibung dafür ist, dass das Material verbrannt wird und damit dem Recycling für immer verloren geht. Aus Gründen des Klima- und des Ressourcenschutzes ist es also dringend angeraten, den Anteil der werkstofflichen Verwertung weiter zu erhöhen.
Verwertungsquoten von Kunststoffabfällen
Entwicklung der Verwertung der Kunststoffabfälle in Tausend Tonnen
Quelle: Umweltbundesamt 2020, eigene Zusammenstellung mit Daten der Conversio Market & Strategy GmbH
2015 wurden in Deutschland 18,5 Millionen Tonnen Kunststoffe produziert und zu 12,1 Millionen Produkten verarbeitet. Die jährliche Menge Kunststoffabfall betrug 5,9 Millionen Tonnen.
Rezyklate sind Primärrohstoffen klar überlegen
REMONDIS setzt alles daran, Kunststoffe stofflich zu verwerten, sprich zu recyceln. Denn der Klimaschutzmehrwert im Vergleich zur Neuproduktion ist enorm. Das liegt vor allem daran, dass Primärkunststoff aus Rohöl hergestellt werden muss – was mit besonders hohen CO2-Emissionen einhergeht. Jede Tonne Recyclingkunststoff spart im Vergleich zur Neuproduktion aus Primärrohstoffen zwei Tonnen Rohöl und bis zu 1,6 Tonnen CO2. Allein durch die REMONDIS-Gesellschaft RE Plano, die innerhalb der Gruppe für die Herstellung von Kunststoffrezyklaten zuständig ist und jährlich 20.000 Tonnen Granulate produziert, wird so ein Klimaschutzbeitrag von über 30.000 Tonnen CO2-Reduzierung jährlich erzielt.
Einsatzbereiche von Kunststoffrezyklaten
Haupteinsatzgebiete von Kunststoffrezyklaten in Neuerzeugnissen sind Bauprodukte und Verpackungen. Im Jahr 2019 wurden 67 Prozent der in Deutschland eingesetzten Rezyklate in diesen beiden Anwendungsbereichen verwendet.
Einsatz von Kunststoffrezyklaten in Deutschland 2019 // Quelle: Umweltbundesamt 2020, eigene Zusammenstellung mit Daten der Conversio Market & Strategy GmbH
Die EU-Kunststoffstrategie und was sie bedeutet
Die 2019 verabschiedete Kunststoffstrategie setzt sich zum Ziel, die Verwendung von Recyclingrohstoffen nachhaltig voranzubringen. Hierzu wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog entworfen. Darin enthalten sind sowohl Fördermaßnahmen für Recyclingtechnologien und für die Inverkehrbringung von Rezyklaten als auch die Möglichkeit zu Sanktionen und Restriktionen. Ein Beispiel für Letzteres liefert das seit 2019 geltende Verbot für Einweg-Kunststoffprodukte wie Plastikstrohhalme und Wattestäbchen aus Kunststoff.
Maßnahmen und Vorgaben zur Recyclingförderung
Recycling von mehr als der Hälfte aller in Europa entstehenden Kunststoffabfälle (bis 2030)
Bis 2030 viermal höhere Sortier- und Recyclingkapazitäten innerhalb der EU im Vergleich zu 2015
Führungsposition Europas bei Trenn- und Recyclinganlagen bzw. -technologien
Maßnahmen zur Förderung nachhaltigerer Produktion
Schrittweiser Verzicht auf Stoffe, die das Recycling erschweren
Freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller, bis 2025 EU-weit zehn Millionen Tonnen Kunststoffrezyklate einzusetzen
Einführung von Qualitätsstandards für sortierte Kunststoffabfälle und Kunststoffrezyklate
Einschränkung des gezielten Zusatzes von Mikroplastik sowie der Verwendung von oxoabbaubaren Additiven
Finanzielle Unterstützung von Investitionen und Forschungsaktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette
Maßnahmen und Vorgaben zur Erhöhung der Rezyklatakzeptanz
Bis 2025 viermal höhere Nachfrage nach Kunststoffrezyklaten im Vergleich zu 2018
Eventuelle Einführung einer Plastiksteuer
Harmonisierte Regeln für Definition und Kennzeichnung von Biokunststoffen
Appell an nationale Behörden zur Verstärkung des Rezyklateinsatzes bei der öffentlichen Beschaffung